Martin Stankowski, geboren 1944 im Sauerland (Meschede), lebt seit Ende der 60er Jahre in Köln und arbeitet als Journalist, Geschichtenerzähler, Moderator, Rundfunkautor und Stadtführer. Er studierte zwischen 1965 und 1972 (eher zurückhaltend) Germanistik, Theologie und Publizistikwissenschaft, lernte den journalistischen Beruf bei der "Westfälischen Rundschau", WDR und ZDF, promovierte 1974 bei Prof. Harry Pross über die linkskatholische Presse nach 1945, arbeitete dann in einer selbstverwalteten Druckerei und gehörte in den 1970er Jahren zu den Mitbegründern des "Kölner VolksBlatt", der ersten Alternativzeitung Kölns.
Journalistisch arbeitet er seit den 80er Jahren vor allem als Buch- und Rundfunkautor für den WDR, aber auch für andere Radiosender der ARD und die Deutsche Welle. Schwerpunkte sind kulturhistorische und zeitgeschichtliche Themen, etwa Serien für die WDR-Redaktion "Mosaik" über die Kulturgeschichte der Heiligen, des Kalenders oder deutscher Redensarten. Zusammen mit Herbert Hoven dokumentierte er die legendären "Mittwochgespräche" im Wartesaal des Kölner Hauptbahnhofs in den 1950er Jahren; war Miterfinder und langjähriger Teilnehmer der wöchentlichen "Funkhausgespräche" im WDR oder konzipierte für WDR 5 die Serie "Schräge Orte. Starke Plätze", für die er auch als Reporter im Lande unterwegs war, so wie neuerdings für WDR 3 die Reihe "German Markenzeichen".
Daneben sind es vor allem die Exkursionen in Köln, Kontrastprogramm zu herkömmlichen Stadtführungen, die zu einer neuen Sicht auf die Stadt und ihre Geschichte beigetragen haben. Neben thematisch breit gefächerten Stadtwanderungen zu historischen und aktuellen Themen sind das zusammen mit Jürgen Becker die Kölner Straßenbahntouren oder die Ausflüge mit einem Doppeldeckerbus von Köln nach Rhöndorf, mit Victor Böll Führungen zum Thema "Böll und Köln". Populär sind aber vor allem die "Klangstätten", bei denen drei Tage lang im August zusammen mit den Jazzbläsern "Talking Horns" Kölner Sehnsuchsorte wie Bunker, Brücken, Fabrikhallen oder das Rheinufer im Morgengrauen, aufgesucht und musikalisch wie erzählerisch erschlossen werden.
Mit Jürgen Becker schrieb er das Kabarettprogramm "Biotop für Bekloppte" und trat auch gemeinsam mit ihm, sowie Nick Berk und Wolfgang Jägers, mit einem Programm zur Kulturgeschichte der Archäologie "Unger uns" auf. 1995 verfaßte er mit dem Bonner Kabarettisten Rainer Pause und bestreitet seitdem mit ihm das Programm "Tod im Rheinland - eine heitere Knochenlese", das jeweils im November an "Originalschauplätzen" wie Kirchen, Trauerhallen oder bei Bestattern aufgeführt wird.
Ein neues Medium erschloss er mit Rainer Pause bei gemeinsamen Schiffstouren auf dem Rhein. In den Programmen "Erfolgreich Scheitern - Revolution im Rheinland" (1998), "Völker zum Rhein, zum Rhein" (2002) und "Rhein - der Rest ist Ufer" (2005)erschlossen Sie historisch wie kabarettistisch die Mentalität der Rheinländer.
Nach einer langen Periode in selbstverwalteten Betrieben und autonomen Zirkeln war er in den 1990er Jahren bei den Kölner "Grünen" engagiert, die er 2002 aus Protest gegen den Verlust ihrer pazifistischen Positionen verließ. 2002 gehörte er zu den Initiatoren des "Alternativer Ehrenbürger" in Köln.