Tod im Rheinland

16 Jahre lang waren wir unterwegs auf Originalschauplätzen: Friedhöfen und Kirchen, in Trauer- und Krankenhäusern, bei Floristen, Bildhauern und Bestattern, Klöstern oder Krematorien. Hunderte Mal erklärten wir den "Tod im Rheinland".

Den Anstoß gab 1994 der Bestatter Fritz Roth, der sich für sein Trauerhaus einen ebenso historisch wie kabarettistisch pointierten Beitrag über den Tod wünschte. Heraus gekommen ist ein Kabarett- & Bildungsprogramm über 2000 Jahre Geschichte und Gegenwart der Bestattungskultur im Rheinland, über den Umgang mit Tod und Sterben von den Römern bis heute.

Im Herbst 2010 gab es das Programm zum letzten Mal. Der Umgang mit dem Thema hat sich   geändert. Was anfangs noch Tabu war oder jedenfalls so schien, nicht respektlos, aber offen über Tod und Sterben zu sprechen, ist heute fast Allgemeingut. Ebenso geändert hat sich der Umgang mit Toten, Aufbahrung, Totenkult, dazu kommen neue Formen der Trauerarbeit, nicht zuletzt die Anpassung der Bestatterszene an einen zunehmend areligiösen Umgang mit Tod und Trauer.

Schließlich die veränderten politischen Rahmenbedingungen: Waren es Anfang der 90er Jahre noch die unterschiedlichen Erfahrungen zwischen Ost und West, quasi zwischen Sachsen und Rheinland, so sucht man heute eher die Antwort auf Fragen wie: Leichensack oder Zinksarg? Wie kommt der deutsche Soldat aus Afghanistan zurück? Wer schreibt eigentlich die Heldenreden der Kanzlerin bei den häufiger werdenden Trauerfeiern?

So hat Kabarett den gesellschaftlichen Umgang mit dem Tod begleitet und kommentiert und auf seine Weise auch mit verändert.